Ein Lesesalon
Wie viel behalten und verändern?
Hol dir die süße Belohnung, Schätzchen!
Komm Du mir mal nach Hause! Vergessen wir das lange Gerede und schauen lieber mit einem frechen Augenzwinkern in unser Schlafzimmer. Stell dir einen gemütlichen Küchentisch im warmen Abendlicht vor. „Lass mal gut sein, mein hübsches Schätzchen“, flüstert er dir plötzlich von hinten ins Ohr. Seine Arme schlingen sich fest um deine Hüfte und er nimmt dir einfach das schmutzige Geschirr aus der Hand. Du drehst dich in seinem Griff um, schaust ihn von unten herauf an und sagst leise: „Na, wer wird denn da so ungeduldig? Erinnerst du dich eigentlich an das alte jüdische Sprichwort? Die Welt steht auf drei Dingen: auf der Wahrheit, auf dem Recht und auf dem Frieden. Doch wer zu viel redet, verliert sie alle. Also sei schön still und schau lieber, was ich für uns besorgt habe: echte Pralinen aus Belgien. Süße Schokolade mit feinstem Trüffelgeschmack, nur für uns zwei.“ Das Geschirr klappert im Takt einer lebendigen, wilden Liebe. Bei uns rechnet niemand das Essen gegen eisiges Schweigen auf, dafür ist die Nacht viel zu kurz! „Weißt du“, raunt er und zieht dich am Rücken noch ein Stück näher an sich heran, „die echte Verführung beginnt schließlich nicht erst unter der Bettdecke. Die zeigt sich genau hier an der Spüle.“ Du lachst kess auf, gibst ihm einen spürbaren, verlockenden Klaps auf den Po und flüsterst: „Das hast du dir verdient für deinen Fleiß! Aber hol dir den Rest der süßen Belohnung erst später, mein Großer!“ Dieser ungezogene Blick in den Spiegel der Nacht tut einfach gut, denn hier wird nicht gestritten. Wir schaffen uns lieber eine herrlich gemütliche Nähe und lachen über unsere kleinen Macken. „Die Liebe beginnt schließlich im Kopf, mein Wuschel“, sagst du, während deine Fingerspitzen langsam über seinen Nacken wandern, und drückst ihm einen feurigen Kuss auf die Wange. Wer der Liebsten tagsüber so charmant unter die Arme greift, darf sich in der Nacht auf ein verdammt heißes Bett freuen. Eine alte jüdische Weisheit weiß schließlich: Wenn die Lust erst einmal erwacht, schaltet sich der Verstand sowieso komplett aus. „Aber mit ein bisschen Verstand und echter Zärtlichkeit am Tage“, setzt er mit einem frechen Grinsen hinzu und knabbert spielerisch an deinem Ohrläppchen, „verdoppelt sich das Prickeln am Abend.“ Und wer will schon freiwillig auf so ein aufregendes Abenteuer verzichten? Aus diesem süßen Spiel entsteht eine wunderbare, wilde Dynamik, die alle starr durchgeplante Termine im Nu vergessen lässt. „Lass uns lieber die Regeln brechen und sofort etwas Neues ausprobieren“, schlägt er vor, stupst dich spielerisch in die Seite und zieht dich eng an seine Brust. Du schaust mich an, ich schaue dich an. Seine Hände suchen wieder deine Taille, gefolgt von einem ungezogenen Kuss. „Warum nicht den Mut aufbringen und zusammen den Sprung ins kalte Wasser wagen?“, fragst du ihn mit einem funkelnden, herausfordernden Blick, während du mit deiner Hand sanft über seine Brust fährst. Ein kleiner, kesser Schubs zur rechten Zeit wirkt schließlich echte Wunder. Wir dürfen die Sorgen einfach vergessen, denn niemand muss sich stundenlang für den anderen verbiegen. Er reicht dir das frische Tuch, während seine warme Hand ganz langsam deine Haut berührt und jeden Alltagsfrust hinwegfegt. Sobald das starre Gerede über Recht und Unrecht verstummt, bleibt nur das Wesentliche übrig: zwei Menschen, die sich einfach tief in die Augen schauen, die Last des Tages teilen und einander ohne großes Theater genau so annehmen, wie sie sind. Und genau darin liegt die größte Freiheit für unsere gemeinsame Freude, bei der die Fleißbienen am Ende an den süßen Honig im Garten kommen. Giacomo Casanova lächelt uns aus der Ferne zu und flüstert uns leise ins Ohr: Amore, Amore! Merke dir für heute Abend: Appetit holen darfst du dir draußen, aber gegessen wird zu Hause!